Pfarre St. Severin in Aachen Rothe Erde und Eilendorf

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Der Eine Welt Kreis stellt sich vor

Seit Frühjahr 1978 existiert in unseren drei Gemeinden der Eine Welt Kreis. In einer Stadt, in der es drei katholische Hilfswerke gibt, kümmert sich der Eine Welt Kreis darum, dass unser Blick auch über den Tellerrand der Gemeinden hinausgeht. Unsere Kirche ist eine Weltkirche die nicht im Schatten der Kirchtürme endet.

Vorab gesagt: der Eine Welt Kreis ist nicht die einzige Gruppe in unseren drei Gemeinden, die sich um die Nöte und Belange der sogenannten Dritten Welt kümmert. Es gibt eine Partnerschaft mit dem Dorf Ramanakkapeta in Indien, einen Kreis, der Pater Witmar in Tansania unterstützt, viele Abonnenten des Mission Magazins und etliche andere Aktivitäten in kleinem Kreis. Ganz besonders hervorzuheben ist die Sternsingeraktion in Eilendorf und Rothe-Erde, die von einem großen Engagement der vielen Kinder und Gruppenleiter, aber insbesondere von den wenigen, die diese Aktion vorbereiten, getragen ist.

Die Schwerpunkte des Eine Welt Kreises liegen in der Durchführung der Fastenaktion des bischöflichen Hilfswerkes Misereor hier vor Ort, der Bewusstseinsbildung zu entwicklungspolitischen Fragen und natürlich auch der Handel mit fair gehandelten Produkten. Sicherlich haben Sie schon unseren Verkaufsstand in Sankt Severin oder auf einem Gemeindefest gesehen.

Die Fastenaktion des Hilfswerkes Misereor verfolgt zwei Ziele. Zum Einen soll sie uns in der Besinnung auf das Osterfest unterstützen. In Sankt Severin haben Sie seit vielen Jahren das Misereor Hungertuch gesehen, das den Mittelpunkt der gottesdienstlichen Arbeit für die Fastenaktion darstellt. Dank der Unterstützung unserer Pastöre und der tatkräftigen Arbeit unserer Küster haben wir seit Beginn der Hungertuch-Aktion alle Tücher in der Kirche zeigen können. Zum Anderen soll die Fastenaktion uns aber auch mit einem thematischen Schwerpunkt das Bewusstsein für Sorgen und Nöte der armen Menschen in der Welt öffnen. Mehr und mehr zeigt sich durch die globalisierte Wirtschaft und Umweltverschmutzung, wie unmittelbar wir die Armut in den südlichen Ländern beeinflussen.

Die Sorgen und Nöte der armen und unterdrückten Menschen bringen wir mit der Unterstützung eines Misereor Projektes in den Vordergrund. Ein solches Projekt gibt uns die Möglichkeit, auch schwierige und kontrovers zu diskutierende Probleme in den Blickpunkt zu rücken. Von Apartheid in der Vergangenheit über Bundeswehr in Afghanistan bis zur globalen Erwärmung reichen hier die Themen.

Das dritte Standbein des Eine Welt Kreises stellt der regelmäßige Verkauf von fair gehandelten Produkten dar, Sie finden uns einmal im Monat in der Kirche Sankt Severin, dazu auch auf den Gemeindefesten. In der Bücherinsel Sankt Severin haben wir ebenfalls einen permanenten Verkauf, dem Team der Bücherinsel sei dafür herzlich gedankt. Angefangen hat alles mit dem Verkauf von fair gehandeltem Kaffee aus Holland von S.O.S Wereldhandel aus Kerkrade, der manchmal auch nicht da war, da das Schiff mit dem Kaffee einen anderen Kurs genommen hatte. Später wurde es dann der Kaffee der Aktion 365. Dieser Kaffee stammte aus Neu-Ulm, da die etablierten Hamburger Röster um gerechten Kaffee einen großen Bogen machten. Immer haben wir hoch-qualitativen Kaffee hauptsächlich aus Kolumbien, dem Partnerland unseres Bistums verkauft. Mit der Gründung der GEPA, einem „Fair Handelshaus“ der katholischen und evangelischen Kirche, wurde der faire Handel in Deutschland auf neue Füße gestellt. Neben Kaffee kamen im Laufe der Zeit weitere Artikel dazu, hauptsächlich aus dem Lebensmittelbereich wie Tee, Honig, Wein und Schokolade. Mittlerweile garantiert das Transfair Siegel, dass die Hersteller faire und verlässliche Konditionen für die Abnahme ihrer Waren bekommen. Der Überschuss aus dem Verkauf wird für unser Misereor Projekt eingesetzt, mehrere hundert Euro können so jedes Jahr an Misereor überwiesen werden.

Das tägliche Leben der meisten Menschen auf dieser Welt ist vom Kampf ums Überleben geprägt. Ausreichende Nahrung und sauberes Wasser fehlen, es herrscht Krieg oder sie sind in Flüchtlingslagern der Willkür von Milizen ausgesetzt. Religiöse Konflikte und Intoleranz betreffen hauptsächlich Frauen und Kinder. Die globale Erwärmung wird zu großer Armut und nie gekannten Flüchtlingsströmen führen.

Es gibt mehr Themen, als wir anpacken können. Wir, der Eine Welt Kreis, das sind im Moment sieben Leute, denen das alles nicht egal ist. Die Besetzung des Kreises hat über die letzten 30 Jahre gewechselt, ein „Gründungsmitglied“ ist aber auch noch immer dabei. Meistens privat treffen wir uns alle drei bis vier Wochen um die anstehenden Dinge oder Arbeiten zu besprechen. Früher nannten wir uns „Arbeitskreis Dritte Welt“, bis der Begriff Dritte Welt nicht mehr politisch korrekt war. Aber die Arbeit mit den Themen der benachteiligten Menschen ist natürlich geblieben.

Wenn Sie diese Themen auch interessieren, dann sind Sie herzlich eingeladen einmal bei uns vorbei zu schauen. Rufen Sie uns einfach an oder senden Sie uns eine email.

Für den Eine Welt Kreis,

Matthias Lürkens